Die italienische Hochgeschwindigkeit
Seit dem 13. Dezember 2009 ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Salerno fertig gestellt. Da die Vollendung der Nord-Süd-Achse nicht nur hinsichtlich der Infrastruktur, sondern auch bezüglich der Züge und des Know-Hows ein rein italienisches Projekt war, stellt dieses Ereignis für die italienische Mobilität einen äußerst bedeutenden Schritt dar. Da die italienische Signaltechnologie (ERTMS-ETCS Level 2) Sicherheit auf höchstem Niveau garantiert, wurde sie als offizielle Standardtechnologie der EU eingesetzt. Durch das neue klima- und umweltfreundliche Hochgeschwindigkeitsnetz wurden die Fahrzeiten zwischen den Städten extrem verkürzt, was nicht nur den Italienern, sondern auch allen Touristen eine neue Ära der Fortbewegung ermöglicht. Zusätzlich entlasten die neuen Trassen auch die alten Schienen zu Gunsten des Lokal- und Güterzugtransports.
Das Hochgeschwindigkeitsnetz ist Italiens wichtigstes und größtes Werk, das je nach dem Krieg realisiert wurde. Die neuen Strecken sind das Resultat anspruchsvoller Herausforderungen, vor allen Dingen in Anbetracht der hydrogeologischen Eigenschaften des Territoriums sowie der starken Urbanisierung, da über 65% der Bevölkerung in den zu durchfahrenden Gebieten arbeiten. Auch die geringe Auswirkung der neuen Trassen auf die Umwelt stellt einen weiteren Pluspunkt dar. Die Verbindung der Hochgeschwindigkeitsstrecken mit den bereits bestehenden Trassen bietet außerdem auch nützliche Alternativen zum Passagiertransport und unterstützt zudem den Frachtsektor.
Durch die Verlagerung der Reisenden und der Fracht von Autos und Flugzeugen auf Schienen - und das Ganze zu Gunsten des Klimas - bewirken die neuen italienischen Hochgeschwindigkeitszüge entscheidend den Ausgleich des nationalen Transportsystems. Durch die vierfach ausgelegten Schienen wurde die Gesamtkapazität des Zugverkehrs verdoppelt. Dies bedeutet auch einen extremen Aufschwung für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Italiens mit zusätzlichen Vorteilen für den Pendlerverkehr, für den nun verbesserter und regelmäßigerer Service zur Verfügung gestellt werden kann.
Durch die Vollendung des Hochgeschwindigkeitsnetzwerkes und der Eröffnung der Strecke von Turin nach Salerno erfüllte sich der letzte entscheidende Schritt in Richtung revolutionärer italienischer Mobilität: Die Geburt der neuen „Großstadt Italien“. Die schnelle „Städtebahn“ Italiens verbindet Mailand mit Rom in nur noch 2 Stunden und 59 Minuten, mit Neapel in nur 4 Stunden und 10 Minuten und mit Florenz in 1 Stunde und 45 Minuten. Dieser Service beinhaltet höhere Frequentierungen und das bei einer Geschwindigkeit bis zu 300 km/h. Seit Dezember 2009 ist auch die Nord-Ost-Achse in das Hochgeschwindigkeitsnetzwerk integriert worden. Dies ist der immer wichtiger werdenden Rolle des ETR 600 Frecciargento-Zuges, dem neuesten Zug der Flotte, zu verdanken, der mit 280 km/h Venedig mit Rom in nur 3 Stunden und 30 Minuten verbindet. Für Touristen, die sich für das kulturelle Dreieck Venedig – Florenz – Rom interessieren, bietet der Frecciargento-Zug optimale Verbindungen an.
Die italienische Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin – Mailand – Rom – Neapel – Salerno erstreckt sich über 1.000 km des gesamten nationalen Eisenbahnnetzwerkes. 2011 wird die untertunnelte Strecke bei Bologna und bis 2014 die bei Florenz vollendet sein, was zu weiteren Fahrzeitverkürzungen führen wird. Für die kommenden Jahre ist auch die Fertigstellung der Querverbindung Mailand – Triest geplant, auf der bereits heute die vierfach ausgelegten Schienen der Linie Bologna – Verona münden und sie dadurch zum fundamentalen Kreuzungspunkt für Zentraleuropa machen werden. Für die Südachse Neapel - Salerno ist eine infrastrukturelle und technologische Verstärkung der bereits existierenden Strecken vorgesehen sowie die Konstruktion neuer Abschnitte für eine schnellere Verbindung zu Bari, Reggio Calabria und Sizilien. Bereits 2008 wurde die neue Hochgeschwindigkeitsverbindung Neapel – Salerno aktiviert, die seither zusammen mit der Hochgeschwindigkeitsstrecke Rom – Neapel eine schnellere Nord-Süd-Verbindung erlaubt. Zu den Projekten, die gerade im Entstehen sind, gehört der vierfache Ausbau des Schienenverkehrs von Salerno – Battipaglia und der doppelte Schienenausbau von Messina – Palermo und Messina – Catania – Syrakus.





